Bericht von Stefan                                                                    Düren, den 28.1.2000

 

St.-Augustinus Krankenhaus, Düren-Lendersdorf
Institut für diagnostische Radiologie
52355 Düren-Lendersdorf
Tel. 02421/599-830
Betreuer: Chefarzt Dr. med. Steinhoff
Arbeitszeiten: 8-13 Uhr

  Ich habe meine BOW vom 17. bis 21.1.2000 im Institut für diagnostische Radiologie im St.- Augustinus Krankenhaus in Düren-Lendersdorf  ausgeübt. Meine Vorstellungen waren einen Einblick in den Aufgabenbereichen zu erlangen, die ein Radiologe bzw. ein medizinisch-technischer Radiologieassistent ausführen muss, welche Behandlungsspektren er hat, was er in ihnen macht und wissen muss, und wie er arbeitet. Während der BOW habe ich viele Erfahrungen sammeln können, die für beide Berufe sehr wichtig sind. Vor allem sollte man immer sehr freundlich zu den Patienten als auch zu den Kollegen sein mit denen man arbeitet. Man muss die Patienten vorher ausführlich informieren, gegebenenfalls einen Aufklärungsbogen geben, damit die Patienten sich das Vorhaben des Arztes bzw. des MTA noch einmal durchlesen kann und auf jede Frage seitens des Patienten, muss man eingehen. Man sollte auch immer hilfsbereit gegenüber den Patienten sein. Meine erste Erfahrung bezüglich der Behandlungsspetren war, dass es ein sehr großes Spektrum ist – alleine in der diagnostischen Radiologie; daneben gibt es noch die therapeutische Radiologie und die Nuklearmedizin.

Behandlungsspektrum der diagnostischen Radiologie:

-konventionelle Röntgendiagnostik

-Ganzkörpercomputertomographie (CT)

-Magnetresonanzcompetertomographie(MRT)/Kernspintomographie(KST)

-digitale Durchleuchtung und digitale Röntgenaufnahmen

-digitale Subtraktionsangiographie(DSA)

-Ultraschall des Abdomes, der Gelenke und der Mamma

-Behandlung von Gefäßverengungen und –verschlüssen (Ballon-Technik)

-Lyse-Behandlung von Gefäßverschlüssen

-Implantation von Gefäßprothesen

-interventionelle CT-gesteuerte Bandscheibentherapie (periradiculäre Therapie)

-percutane Nukleotomie (lasergesteuert)

-CT-gesteuerte Drainage und Punktion

-CT-gesteuerte Schmerztherapie bei Gefäßleiden und im Rahmen der Tumortherapie

1.     Normales Röntgen

  Aufbau eines Röntgenapparates

 

Beim Röntgen sollte man auf folgende Punkte achten:
1.   Strahlenschutz :  Der Patient sollte der geringsten Strahlenexposition ausgesetzt werden!!
2.      Fokus(Brennfleck):  Die Fokusgröße ist mitbestimmend für die Strahlengeometrie.          Je kleiner der Fokus,  desto besser ist die Zeichenschärfe; je grösser der Fokus, desto höher ist die Belastbarkeit der Röntgenröhre.
3.      Raster: Die Raster halten einen Teil der Streustrahlung, die den Bildkontrast mindert, ab. 4.      Generatoreinstellungen:  Hierzu gehören die Spannung in kv und die Dosierung in mAs. Sie sind wichtig für die Durchlässigkeit und die Strahlenmenge.
5.      Das Fixierungskreuz muss auf der richtigen Stelle liegen.

                                               

   

2. Angiographie
Beispiel: Nierenuntersuchung
1.      Es wird ein Leerbild- ein Bild, welches ohne Kontrastmittel gemacht wurde- der Nieren erstellt.
2.      Jetzt wird dem Patienten Kontrastmittel, welches Jod enthält, gegeben.
3.      Nun werden nacheinander Röntgenbilder der Nieren, der Harnröhre und der Blase erstellt.
4.      Hiernach werden nur noch eventuelle Spätaufnahmen gemacht, sollte der Nierenstein nicht mit dem Kontrastmittel herausgekommen sein.

Beispiel: Ballon-Technik
1.      Es wird ein Bild ohne Kontrastmittel (nativ) von der betroffenen Stelle, wo ein Gefäß droht zuzugehen, erstellt.
2.     
Nun wird ein Bild mit Kontrastmittel erstellt.
3.      Jetzt werden die zwei Bilder subtrahiert, um nur die Blutgefäße sichtbar zu machen.
4.      Mit Hilfe von Röntgenbildern, die nun immer zwischendurch gemacht werden, führt der Arzt einen Draht durch das Gefäß bis hin zu der betroffenen Stelle.
5.      Der Arzt setzt nun den Ballon ein und dieser wird an der betroffenen Stelle aufgeblasen und das Gefäß erweitert sich.
6.     
Der Ballon wird wieder aus dem Gefäß herausgenommen.

3. Computertomographie

Die Computertomographie ist eine Röntgenuntersuchung, wobei sich hier eine Röntgenröhre um einen liegenden Patienten dreht. In Abhängigkeit zum durchstrahlten Gewebe wird die Röntgenstrahlung unterschiedlich stark geschwächt. Diese unterschied-liche Schwächung aus verschiedenen Richtungen wird von einem Computer in ein zweidimensionales Bild umgerechnet. Man erhält ein Querschnittsbild des Patienten in der gewählten  Körperregion. Das evtl. gegebene Kontrastmittel, welches Jod enthält, hat den Sinn, Organe und Gefäßstrukturen besser voneinander abgrenzen zu können. Sie werden in der Regel intravenös gegeben, meistens in eine Armvene (i.v.KM) - sie müssen auch schon mal getrunken werden (oral), von wo aus sie sich dann im ganzen Körper verbreiten. Der Patient spürt hiervon keine Schmerzen, lediglich ein allgemeines Wärmegefühl.In manchen Fällen kann es schon mal zu einer Überempfindlichkeit gegen Jod kommen. Dies äussert sich in Hautjucken und – rötung oder Quaddelbildung; extrem selten sind schwere Unverträglichkeiten im Sinne eines allergischen Schocks.

In der Computertomographie kann man nicht nur Röntgenbilder machen, sondern kann auch mit ihrer Hilfe therapieren:

  Beispiel: periradikuläre Therapie (PRT)
Eine periradikuläre Therapie wird durchgeführt, wenn der Patient/-in eine Reizung an einer Nervenwurzel aufgrund eines Bandscheibenvorfalls hat. Sind die Bandscheibensegmente der Lendenwirbelsäule betroffen, so wird der Patient in Bauchlage im CT gelagert. Ist die Halswirbelsäule betroffen, erfolgt die Therapie in Rückenlage im CT. Durch ein Übersichtsbild und eine entsprechende computergestützte Planung wird die betroffene Nervenwurzel aufgesucht und die Schnittebene auf dem Rücken oder dem Hals markiert. Hier erfolgt eine lokale Betäubung. Über diese nun lokal betäubte Hautregion erfolgt eine CT-gesteuerte Einbringung einer sehr feinen Nadel bis unmittelbar vor die betroffene Nervenwurzel (Punktion). Bevor nun an der Nervenwurzel Medikamente verabreicht werden, erfolgt zunächts eine Gabe von wenigen ml Kochsalzlösung, vermischt mit Kontrastmittel, um die korrekte Umspülung der Nervenwurzel nachzuweisen. Anschließend, nach der Kontrolle der Korrekten Nadelposition, werden die Medikamente appliziert.

5.     Magnetresonanztomographie/Kernspintomographie(MRT/KST
Bei diesem Verfahren liegt der Patient / die Patientin im Untersuchungsraum in einer Röhre mit einem sehr starken Elektromagneten. Hier werden keine Röntgenstrahlen verwendet, sondern kurze Radiowellen sollen die Wasserstoffkerne im Gewebe anregen, elektromagnetische Signale abzugeben. Ein Computer zeichnet diese Signale auf und errechnet daraus Bilder der untersuchten Region. Wasserstoffreiche Gewebe (z.B. Fett ) ergeben helle Flächen auf den hochwertigen Bildern. Gewebe, die wenig oder kaum Wasser enthalten (z.B. Knochen ), erscheinen dunkel. Um ein noch aussagekräftigeres Bild zu erhalten, kann es erforderlich werden  zusätzlich ein Kontrastmittel ( hier NaCl-Lösung mit paramagnetischen Substanzen ) einzunehmen und / oder einzuspritzen.

 

  Mir hat es sehr viel Spass gemacht, die Radiologie ist ein sehr abwechslungsreicher und auch spannender Abschnitt in der Medizin. Es ist keineswegs ein langweiliger noch eintöniger Beruf und man arbeitet immer mit vielen unterschiedlichen Menschen zusammen. Mir persönlich hat die BOW in der Entscheidung meiner Berufswahl weitergeholfen, ich werde in den Bereich der Radiologie meinen späteren Beruf festlegen. Die Betreuung in der Radiologie war sehr gut. Die Ärzte als auch die MTA haben mich sehr gut über die Berufe informiert und Tipps gegeben und sie haben sich viel Mühe gegeben mir jeden Tag etwas anderes zu zeigen. Für künftige Berufsorientierungswochen  kann ich die Radiologie des St.-Augustinus  Krankenhauses empfehlen, weil die Betreung gut ist und dieser Bereich der Medizin wirklich interessant und spannend ist.